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Das Amt des Lehnschulzen

Eine fast 300 Jahre alte Tradition

An der Spitze einer dörflichen Gemeinschaft stand schon seit alter Zeit der Schulze. Dieser Schulze besaß meistenteils 3-5 Hufen Land. Er war der Vertrauensmann des Markgrafen, übte die Polizeigewalt innerhalb der Gemeinde aus, leitete auch das Dorfgericht, weshalb er auch in manchen Gegenden der Richter genannt wurde. Der Dorfrichter oder Dorfschulze hatte das Krugrecht inne und hatte für die Erhaltung des Gemeindegutes zu sorgen, auch über Grundstücksverkäufe zu wachen. Oftmals kam es vor, daß der Dorfschulze vom Markgrafen ein Gut zum Lehen erhielt. Er wurde deshalb Lehnschulze und das Gut das Lehnschulzengut oder wie hier in Viesen Lehnschulzenhof genannt. Beim Tod eines Lehnschulzen gingen Amt und Hof an dessen ältesten männlichen Nachkommen über. Fehlte ein solcher, so erbte der Ehemann der ältesten Tochter.

Das Wohnhaus des ehemaligen Lehnschulzenhofes entstand vermutlich um 1730. Es bildet zusammen mit zwei Stallgebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert, einer großen Scheune, die nach 1850 erbaut wurde, einem weiteren Wirtschaftsgebäude und dem Hoftor einen Vierseithof. Das Wohngebäude schließt das Ensemble zur Straße ab.

Der letzte tätige Landwirt des Lehnschulzenhofes in Viesen war Karl Friesecke (1901-1986), der den Hof in 6. Generation bewirtschaftete und 1953 wie Tausende anderer Bauern mit seiner Familie in den Westen floh. 1994 wurde der Hof im Rahmen der deutschen Einheit an die Familie rückübertragen, die seit dem mit Hilfe der Denkmalschutzbehörden und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Sanierung des Lehnschulzenhofes ins Werk gesetzt hat.